Wo ist unser Bauchgefühl geblieben?

Unter Stress fehlt häufig die Intuition – Wo ist nur unser Bauchgefühl geblieben? Tausende von Erziehungsratgebern suggerieren uns, wie Erziehung angeblich gelingen soll. Viele Thesen widersprechen sich, viele Leser sind genervt und schalten langsam ab und rufen nach der Intuition, dem Bauchgefühl. Ja, einerseits haben sie Recht, andererseits bleibt die Frage, was es denn mit der Intuition auf sich hat? Bauchgefühl verloren gegangen Per definitionem bedeutet Intuition die Fähigkeit, zu Entscheidungen zu kommen, ohne den Verstand zu gebrauchen. Seit über 12 Jahren arbeite ich mit einer pädiatrisch, psychosomatisch arbeitenden Kinder- und Jugendstation zusammen. Dort kommen Eltern mit ihren Kindern, die an chronischen Erkrankungen oder unter Stressstörungen wie Schlafproblemen, Regulationsstörungen, Ess- und Fütterstörungen, unstillbarem Schreien leiden. Ihnen ist häufig eines gemeinsam: Sie berichten alle, dass ihnen ihr Bauchgefühl irgendwie abhandengekommen ist… Sie fühlen es nicht wirklich, was richtig oder falsch ist und geraten in Teufelskreise, die chronische Störungen ungewollt weiter verstärken. Warum ist das so? Warum haben die Familien das Gefühl, dass sie keine wirkliche Intuition spüren? Stress beeinflusst Intuition Weil die Intuition, unser Bauchgefühl, durch Stress beeinflussbar ist. Wir haben eben immer weniger Intuition, weil wir immer mehr stressinduzierte Alltage haben. Die Familien, gerade Mütter, stehen unter einem immensen Druck. Beide müssen oder wollen direkt wieder arbeiten, geben die Kinder sehr früh in die Fremdbetreuung, wollen aber trotzdem, dass der Alltag funktioniert und die Kinder da schon irgendwie hineinpassen. Diese Rechnung wird dauerhaft nicht aufgehen. Zeit für Kinder nehmen Denn Kinder haben erst einmal ganz andere Bedürfnisse. Darauf sollten wir uns viel mehr besinnen. Gerade die ersten drei Jahre eines Kindes sind so prägend und wichtig, dass es sich lohnt,... mehr lesen

Immer wieder Kopf- oder Bauchschmerzen

  Was dahinter stecken kann und was wir tun können – Kinder wollen plötzlich nicht mehr in die Schule und klagen immer wieder über Schmerzen…. Jeden Morgen gibt es Diskussionen,  immer wieder Kopf- oder Bauchschmerzen, immer wiederkehrende Infekte ? „Sicher nicht immer gleich zu Hause lassen“, warnt der Kinder- und Jugendpsychologe Dietmar Langer. Aber natürlich müssen wir das ernst  nehmen und als Eltern  hinterfragen und gründlich abklopfen, was tatsächlich hinter dem Verhalten stecken könnte. Besuch des Kinderarztes Wie schon im Säuglings- und Kleinkindalter muss vor allem unterschieden werden zwischen akuter Not und chronisch auftretenden Symptomen. Natürlich sollte vom Kinderarzt im ersten Schritt untersucht werden, ob organisch, somatisch alles in Ordnung ist. Sicher reicht es nicht, sich mit Aussagen zufrieden zu geben wie „Das wächst sich aus“, „das ist ganz normal“, „hat hormonelle, entwicklungsbedingte Ursachen“, „abwarten“… Wie es dem Kind wirklich geht Es sollte darüber hinaus geschaut werden, ob nicht tatsächlich depressive Zustände, Angstproblematiken, Schlaf- oder Essprobleme hinter dem Vermeidungsverhalten stecken. Es muss im sozialen Umfeld der Kinder geschaut werden. Wird es möglicherweise gemobbt? Hat es Schwierigkeiten im Umgang mit dem Lehrer? Mit Freunden? Innerhalb der Familie? Hat es möglicherweise Lerndefizite und wäre damit überfordert? Oder ist es vielleicht auch unterfordert und langweilt sich? Ungünstiges Verhalten erlernt Wird nach umfangreicher „Recherche“ mit allen Personen und in Frage kommenden Ansprechpartnern im Umfeld des Kindes erst einmal nichts gefunden und all diese Faktoren können weitestgehend ausgeschlossen werden, liegt sehr wahrscheinlich ein psychosomatisches Problem zugrunde. Das bedeutet, dass sich das Kind ungünstige Verhaltensmuster angeeignet hat, die dann Beschwerden wie Kopf- oder Bauchschmerzen, Unwohlsein o.ä. auslösen können. Hier kann es  z.B. um Perfektionismusbestreben, Trennungsprobleme... mehr lesen

Eltern und Kinder im Katastrophenmodus

  „SOS Kinderseele – -Kindheit Wiederentdeckung“ – Michael Winterhoff zu Vortrag in der Goetheschule Warum ist es offensichtlich so schwierig geworden heute, unseren Kindern angemessene Rahmenbedingungen  zu schaffen, die es ihnen ermöglichen, sich einfach entwickeln zu können? Wo ist unsere Intuition geblieben und wo unsere innere Ruhe? Wir hetzen durch die Tage, vergessen auf uns zu schauen und versuchen aus allem das Optimum herauszuholen. Wenn das für uns selber nicht gelingt, versuchen wir das bei unseren Kindern über einen „Förderwahn“, der seinesgleichen sucht – vergessen dabei aber, dass die ihre ganz eigene Geschwindigkeit und ihre ganz eigenen Bedürfnisse haben. Um die zu verstehen und einordnen zu können, müssen wir uns schon ein bisschen mit Entwicklungspsychologie befassen. Ansonsten werden unsere Kinder zu Objekten, die zu unseren Bedingungen funktionieren, passend fürs System gemacht werden sollen. Das beklagt u.a. der Gründer der Akademie für Potentialentfaltung  und Hirnforscher Professor Dr. med. G. Hüther. Entwicklung wird ausgebremst Mit völliger Überbehütung oder völliger Grenzenlosigkeit bremsen wir nämlich ganz viele wichtige Entwicklungsprozesse aus. Kinder brauchen Freiheiten, Räume für die Entwicklung ihrer ganz eigenen Potentiale. Dabei müssen wir ihnen aber helfen, sie an die Hand nehmen und begleiten und bestärken. Sie nicht klein machen. Ein gesundes dreijähriges Kind, das laufen kann, muss nicht in den Kindergarten getragen werden. Ein fünfjähriges Kind muss nicht mit Schnuller herumlaufen, denn die Säuglingszeit ist vorbei. Ein sechsjähriges Kind muss auch einmal warten können. Zumindest Autoritäten als solche anerkennen – ein Erzieher im Kindergarten, ein Lehrer in der Schule.  Sicher sind es nicht „Partner“, denen man  auf dem Kopf herumtanzen kann. Doch viele unsere Kinder fühlen sich zunehmend entthront, wenn sie plötzlich in... mehr lesen

Neue Auflage von „Kinder brauchen Wegweiser“

Um „Liebevoll konsequent im Trennungsfall“ ergänzt Wie wir unsere Kinder von Beginn an liebevoll begleiten können, zeigt seit Jahren mein kleiner Ratgeber „Kinder brauchen Wegweiser“. Bei den 15 vorgestellten Tipps für eine liebevoll konsequente Erziehung geht es um grundsätzliche Themen, die den Umgang mit unseren Kindern enorm erleichtern und entspannen können. Es hat keinen Sinn, 24/7 um die Kinder zu kreisen – auch Babys benötigen schon Zeiten der Ruhe für sich und lieben Strukturen, um Sicherheit zu gewinnen. Das gelingt vor allem im ersten Lebensjahr am besten im häuslichen Umfeld, ihrem „Nest“. Gesunde Entwicklung ist das A und O Was wir dabei berücksichtigen können, sollten, um eine bestmögliche Entwicklung der Kinder zu garantieren, zeige ich am Beispiel der goldenen Regeln. Kleiner Exkurs: Dabei ist ganz wichtig, dass wir es selber mit unseren Kindern praktiziert haben und ich kann Ihnen versichern: Es funktioniert. Meine Kinder sind heute 22 und 17 Jahre alt – sehr selbstbewusst, einfühlsam, empathisch und enorm autonom. Sie gehen ihren Weg in vollem Vertrauen auf das Dasein ihrer Eltern, wenn es brennt oder auch einfach gemeinsame Zeit mit uns gewünscht ist. Darum bemühen wir uns regelmäßig, sei es in Form von Urlauben oder sonstigen gemeinsamen Aktivitäten. Wir sind nach wie vor Anlaufstelle, Ratgeber, liebevolle Begleiter. Dafür sind wir extrem dankbar. Eher Philosophie denn Erziehung Aber zurück zum Buch: Dabei geht es vor allem um die Themen Bindung, Entspannung, Liebe, Vertrauen, bedingungslose Annahme und viele mehr. Genau genommen ist dieses Büchlein kein Ratgeber für Erziehung, sondern bringt vielmehr eine Philosophie zum Ausdruck, die wir beherzigen können, um miteinander, trotz zu Beginn schlafloser und unruhiger Nächte, Unsicherheiten im Umgang... mehr lesen

Liebevoll konsequente Erziehung und ihre „Spätfolgen“…

Grenzerfahrungen gehören zum Leben, wie die Luft zum Atmen… Was würdet Ihr tun, wenn Ihr das Gefühl habt, nicht verstanden zu werden? Oder was würdet Ihr tun, wenn Ihr einen Weg gegangen seid, der Euch weitergeholfen hat und der für enorme Entspannung in Eurem Leben gesorgt hat? Und was würdet Ihr weiter tun, wenn Ihr die positiven Ergebnisse eines Weges personifiziert auf zwei Beinen, nämlichen Euren Kindern, vor Euch habt? Ihr würdet es gern weitertragen. Und wenn es trotzdem nicht verstanden werden will? Dann ist das so – denn es gibt nie nur einen Weg, der zum Ziel führt. Jeder muss seinen ganz eigenen finden, denn jedes Kind ist anders und jeder Mensch ist anders und jede Familie ist anders. Wer meint, es gebe nur einen einzig richtigen Weg, wird auf dem Irrweg sein, denn dazu ist unsere Welt viel zu komplex. So muss sie auch betrachtet werden. Früh in Bindung investieren Kurz noch einmal zu Erklärung: Liebevoll setzt auf Bindung. Wir investieren viel Zeit und Nähe insbesondere im ersten Lebensjahr unserer Kinder. Sie fühlen sich in häuslicher Umgebung mit der Bezugsperson zunächst am wohlsten. Wir etablieren Strukturen, ritualisierte Abläufe.  Das ist es, das Kindern Sicherheit gibt. Wir kuscheln viel, wir sind da und nehmen uns Zeit beim Stillen und sich Kennenlernen. Ab dem ersten Lebensjahr dann, dem Alter, in dem Kinder beginnen zu laufen, wollen sie auch immer mehr in Richtung Autonomie gehen. Das sollten wir auch gewähren, indem wir den Kindern etwas zutrauen. Das bedeutet, dass ein Kind durchschlafen könnte, wenn wir es lassen würden. Das bedeutet, dass die Kinder auch einmal warten können, bis wir geduscht oder... mehr lesen

Vom Essensfrust zur Essenslust

Wann wir nicht mehr nur von Heißhungerattacken sprechen können „Wenn die Seele Hunger hat“ und Essen zum Zwang wird, werden große Mengen an meist ungesunden Nahrungsmitteln wie Chips, Schokolade & Co. in sich hineingestopft. Es kann sich um eine Essstörung, dem sogenannten Binge Eating, handeln. Wo sie anfängt, wie sie verläuft und was Betroffene tun können, erzählt uns die Heilpraktikerin für Psychotherapie und Ernährungsberaterin Uta Bammel im Gespräch. Seit zehn Jahren hat sie sich auf diese Problematik spezialisiert und berät Betroffene in allen Fragen der gesunden Lebensführung – vor allem was in diesem besonderen Fall das Thema Essen betrifft. „Ganz häufig ist es einfach so, dass Betroffene gar nicht wissen, dass ihr Essverhalten etwas mit der Psyche zu tun haben könnte, und vor allen Dingen, dass man etwas tun kann, um dieses Füttern der Seele durch große Mengen an Nahrungsmitteln zu verhindern“, erläutert Uta Bammel. Bei ganz vielen Menschen, die mit Übergewicht zu kämpfen haben, liege eine Binge Eating-Problematik zu Grunde, weiß sie aus ihrer Praxiserfahrung und aus Berichten von Kliniken, die die größte Problematik bei Essproblemen ebenso im emotionalen Essen sehen. „Viele meiner Klienten sind erleichtert, wenn sie erfahren, dass ihr Leiden einen Namen hat und sie aktiv mit Hilfe daran arbeiten können“, erläutert sie aus ihrer Praxis. Essattacke mit Kontrollverlust Die Betroffenen haben meist schon einen jahrelangen Leidensweg hinter sich. Die Problematik beginnt mit einer Tüte Chips oder einer Tafel Schokolade, geschieht das einmal,  kann es sich schlichtweg um eine Heißhungerattacke handeln, die auch rein physiologisch durch zu viel oder zu wenig Zucker oder Kohlehydrate bedingt sein kann. Gelegentliche Heißhungerattacken können sich aber weiter auswachsen – und... mehr lesen

Heute bin ich Journalistin, Autorin. Und ich berate Familien. Zunächst hatte ich andere Ziele…weiterlesen

Entspannt erziehen. Gewusst wie.

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