Erziehung

Erziehung umfasst genau genommen all jene Maßnahmen, die Kindern und Jugendlichen die Fähigkeiten vermitteln sollen, die sie im Leben brauchen. Der Begründer des Elternführerscheins, Dietmar Langer, bringt das Ziel von Erziehung folgendermaßen auf den Punkt: „Kinder müssen im Leben gut zurecht kommen“. Wohl eines der wichtigsten Themen, die uns vor allen Dingen dann beschäftigen, solange wir Kinder haben. Aber nicht nur dann. Denn letztlich erziehen wir uns und unser soziales Umfeld auch selber ständig – wir reiben uns, wir machen Erfahrungen – gute wie schlechte – und die lassen uns reifen. Also ein stetiger Prozess von Wandel, an dem wir immer aktiv arbeiten müssen. Bei der Erziehung kommen genau genommen alle Zusammenhänge auf den Tisch:  Dabei spielen philosophische, religionswissenschaftliche, juristische, politikwissenschaftliche, psychologische, soziologische, sozial-und kulturgeschichtliche Betrachtungen eine Rolle.

Also ein durchaus weites Feld, auf dem wir uns thematisch „austoben“ können.

Als Klassiker sollten Sie sicherlich das Buch „Kinder fordern uns heraus“ gelesen haben

Liebevoll konsequente Erziehung und ihre „Spätfolgen“…

Grenzerfahrungen gehören zum Leben, wie die Luft zum Atmen… Was würdet Ihr tun, wenn Ihr das Gefühl habt, nicht verstanden zu werden? Oder was würdet Ihr tun, wenn Ihr einen Weg gegangen seid, der Euch weitergeholfen hat und der für enorme Entspannung in Eurem Leben gesorgt hat? Und was würdet Ihr weiter tun, wenn Ihr die positiven Ergebnisse eines Weges personifiziert auf zwei Beinen, nämlichen Euren Kindern, vor Euch habt? Ihr würdet es gern weitertragen. Und wenn es trotzdem nicht verstanden werden will? Dann ist das so – denn es gibt nie nur einen Weg, der zum Ziel führt. Jeder muss seinen ganz eigenen finden, denn jedes Kind ist anders und jeder Mensch ist anders und jede Familie ist anders. Wer meint, es gebe nur einen einzig richtigen Weg, wird auf dem Irrweg sein, denn dazu ist unsere Welt viel zu komplex. So muss sie auch betrachtet werden. Früh in Bindung investieren Kurz noch einmal zu Erklärung: Liebevoll setzt auf Bindung. Wir investieren viel Zeit und Nähe insbesondere im ersten Lebensjahr unserer Kinder. Sie fühlen sich in häuslicher Umgebung mit der Bezugsperson zunächst am wohlsten. Wir etablieren Strukturen, ritualisierte Abläufe.  Das ist es, das Kindern Sicherheit gibt. Wir kuscheln viel, wir sind da und nehmen uns Zeit beim Stillen und sich Kennenlernen. Ab dem ersten Lebensjahr dann, dem Alter, in dem Kinder beginnen zu laufen, wollen sie auch immer mehr in Richtung Autonomie gehen. Das sollten wir auch gewähren, indem wir den Kindern etwas zutrauen. Das bedeutet, dass ein Kind theoretisch durchschlafen könnte.Das bedeutet, dass die Kinder auch einmal warten können, bis wir geduscht oder gefrühstückt haben. Das bedeutet, dass... mehr lesen

Kinder sollten auch mal warten und Frust aushalten

Es ist bekannt, dass viele Kinder und Jugendliche den Herausforderungen des alltäglichen Lebens immer schwerer gewachsen sind, aber auch junge Erwachsene zunehmend Schwierigkeiten haben, im Studium, in der Ausbildung oder auch im Beruf. Die Kleinen stören den Unterricht, sind unmotiviert, lernunwillig, zappelig – übrigens ist das ja erst einmal völlig norma. Die Großen halten keinen Frust mehr aus, sehen sich als Mittelpunkt der Welt und Erwachsene scheitern immer häufiger in der Arbeitswelt. Was ist los? Entwicklungsstufen wichtig Ein wichtiger Punkt ist sicher, dass sich Kinder nicht mehr entsprechend ihrer Grundausstattung, ihrer genetischen Baupläne entsprechend entwickeln können. „Durchlaufen sie nicht alle notwendigen Entwicklungsphasen und bewältigen diese altersgemäß, bleiben sie in einer hängen“, erläutert Dr. med. M. Winterhoff, Bestsellerautor und Kinder- und Jugendpsychiater. Die heutigen Kinder und Jugendlichen seien teilweise auf der Entwicklungsstufe von Kleinkindern stehengeblieben. Das zeige sich an vielen Verhaltensweisen: Die einen hätten überhaupt kein Unrechtsempfinden mehr, die anderen sehen sich weiterhin – auch als junger Erwachsener – noch als Mittelpunkt der Welt. Andere wiederum legen Verhaltensweisen an den Tag, die an 18 Monate alte Kinder erinnern. Was heißt das nun: Nach der Entwicklungspyramide, die Winterhoff in seinem Buch „SOS Kinderseele“erläutert, wird folgendes deutlich: der Säugling beginnt zu unterscheiden zwischen angenehm und unangenehm – „Unangenehm“ kann er aber nur kennenlernen, wenn man ihm auch die ein oder andere unangenehme Situation „zumutet“. „Erfahrungen sind nur wertvoll, wenn es beide Seiten – positive wie negative – gibt“, betont auch der Kinder- und Jugendpsychologe Dietmar Langer. Ab 10-16 Monate zum Beispiel lernt das Kind zwischen Mensch und Gegenstand zu unterscheiden. Der Mensch lässt sich im Unterschied zum Gegenstand aber möglichst nicht steuern.... mehr lesen

„Wir setzen auf Erfahrungen und Bindung“

Elternführerschein nach D. Langer gibt hilfreiche Tipps Was bedeutet sie eigentlich wirklich, die liebevoll konsequente Erziehung? Immer wieder werden Strafe und Konsequenz verwechselt und irrtümlich von Strenge und Autorität gesprochen. Genau das ist es eben NICHT!!! Wir wollen gerade vermitteln, dass ein Funktionieren im Alltag nicht laufen kann. Wollen wir als Eltern, dass etwas „funktioniert“, können wir sicher sein, dass es das nicht tut. Denn das hat mit Druck zu tun, und der erzeugt bekanntlich nur eines: Gegendruck. Also muss es doch eine Alternative geben, die auch ohne Druck auskommt. Und die gibt es über das Konzept der liebevoll konsequenten Erziehung. Erforscht und entwickelt hat das Konzept der Kinder- und Jugendpsychologe Dietmar Langer.  Hierbei geht es nicht so sehr um Erziehung, sondern vielmehr um entwicklungspsychologische Hintergründe und die Vermittlung einer Philosophie. „Erziehung“ ist nämlich kein Hexenwerk – es ist vor allen Dingen vorleben, Vorbild sein und Rücksicht nehmen auf Entwicklungsprozesse der Kinder. Die zu kennen und zu wissen, was wann ansteht, ist sehr hilfreich. „Das Leben verändert sich nun einmal mit Kindern massiv“, betont der Kinder- und Jugendpsychologe Dietmar Langer. „Wenn wir darauf ein bisschen mehr schauen, kurzfristig auch Kompromisse eingehen und die Bedeutung, der vor allen Dingen ersten drei prägenden Jahre berücksichtigen, ist schon viel gewonnen“, ergänzt Frauke Döllekes, Autorin des Buches „Kinder brauchen Wegweiser“ und Vorsitzende des Bundesverbandes Allergie- und umweltkrankes Kind. Wann entwickeln sich die Kinder wie und warum? Was steht in dem Zusammenhang hinter möglichem Fehlverhalten? Wann sprechen wir von völlig normalem Verhalten, wann könnte es behandlungsbedürftig sein? Was macht ständiger Stress mit ihnen? Wie wirkt sich ein verspanntes Familienklima auf unsere Kinder aus? Was... mehr lesen

Nutzung elektronischer Geräte deutlich einschränken

Für eine gesunde Entwicklung von Kindern braucht es Pausen und persönliche Kontakte. „Zu viel Internet macht Kinder krank“ heißt die Headline eines Leitartikels in der NRZ. „Ach“… denkt sich der geneigte Leser, der sich ein bisschen auskennt mit dem Thema Stressmedizin und einige Bücher dazu gelesen hat. Als Reaktion auf die zitierte Medienstudie in dem Artikel, die das Bundesgesundheitsministerium in Auftrag gegeben hat, warnt die Drogenbeauftrage Marlene Mortler vor Internetsucht. Das Ergebnis hat ergeben, dass die zunehmende Nutzung von Smartphone und Co. mit verantwortlich ist für Aggressivität und Schlafstörungen bei Kindern und Jugendlichen. Dafür braucht es nicht erst eine Studie in 2017 des Bundesgesundheitsministeriums. Warnungen von allen Seiten, Studienergebnisse von Hirnforschern, Ärzten, Pädagogen laufen seit Jahren ins Leere – werden gar häufig verpönt in öffentlichen Diskussionen oder Talkrunden. Wirkliche Folgen endlich benennen In Essen gibt es gar seit Jahren eine Migräneambulanz für Kinder und Jugendliche. Im Kommentar zu dem Artikel dazu heißt es dann, dass Bildungsprogramme für Lehrer, Eltern und Erzieher angebrachter sein. Ja, stimme ich zu. Aber bitte nicht wie immer wieder zitiert, um reine Medienkompetenz zu vermitteln, sondern vor allem um einmal die wirklichen Folgen auf Gehirn und Gesundheit zu benennen und für Stressregulation zu sensibilisieren. Übrigens schon 2012 erschien das umstrittene Buch „Digitale Demenz“ von dem Hirnforscher Manfred Spitzer –er legt ganz klar dar, was mit uns und unseren Gehirnen passiert. Er bezieht sich auf längst!! erschienene Studienergebnisse, die aber wohlweislich verschwiegen werden, denn machen wir uns eines doch klar: Hier geht es um einen unfassbar mächtigen und Gewinn bringenden Industriezweig. So zitiert er unter vielen anderen den Jahresbericht der Suchtbeauftragten der Bundesregierung Mechthild Dyckmann 2012!: Etwa 250... mehr lesen

Liebevoll konsequent erziehen und nicht strafen

„Wenn Du jetzt nicht aufisst, gibt es heute Abend keinen Sandmann“, „wenn Du jetzt nicht schläfst, gehen wir morgen nicht in den Zoo..“ Funktionieren diese Drohungen, die mit Druck versuchen, etwas bei den Kindern zu erreichen. Nein. Kennt Ihr das? Fragt Ihr Euch auch so oft, warum das eigentlich so ist? Es lohnt sich, hier etwas genauer hinzuschauen. Erst einmal sollte künftig gerade eben diese Alltagsfloskel aus unserem Erziehungsalltag verschwinden. „Wenn…dann“ ist ein Prinzip, das Kindern Strafen androht, die in der Regel doch nicht umgesetzt werden und auch gar nicht sollten. Deswegen hören die Kinder nämlich nicht mehr darauf, wenn wir den Satz schon zu oft erwähnt haben, ohne wirklich Angedrohtes auch umzusetzen. Sie nehmen uns schlichtweg nicht mehr ernst. Besser wir lassen Konsequenzen folgen – „liebevoll“ versteht sich. Auch um dieses Thema ranken sich viele Mythen. Die eigentlich „liebevoll-konsequente Erziehung“ ist ein Konzept nach dem Kinder- und Jugendpsychologen Dietmar Langer. Er hat diese Form der Verhaltensphilosophie – so möchte ich sie einmal nennen – entwickelt aus den Erfahrungen mit chronisch erkrankten Kindern. Hier geht es vor allen Dingen darum, dass Kinder etwas lernen sollen auf ihrem Weg der Entwicklung. Wir wollen sie ja gar nicht bestrafen! Wir wollen ihnen beibringen, gemäß ihrer individuellen Entwicklung, zu wachsen. An Aufgaben, an Herausforderungen, im Gegenüber mit uns Eltern, in einem sicheren Umfeld, das ihnen ausreichend Orientierung bietet. Was heißt das denn jetzt genau? Das heißt vor allen Dingen, dass die Kinder in einer liebevollen Umgebung aufwachsen, die dafür sorgt, dass sichere Bindungen aufgebaut werden können. Dafür steht nämlich das „liebevoll“. Es betont die Bindung zwischen Bezugsperson und Kind. Es reicht also... mehr lesen

Ein entspanntes Wochenende – nicht nur im Urlaub

Sieben Tipps, wie das Wochenende richtig entspannt und liebevoll konsequent sein kann: 1. Mal wieder ausschlafen – Frühstück im Bett und ein bisschen lesen 2. In Ruhe aufstehen, Musik an und überlegen, was man Schönes unternehmen kann Kaffeetrinken mit einer Freundin? Sporteinheit? Yoga oder Meditation? Je nach Belieben 3. Mittagessen mit der Familie – alle helfen mit 4. Mittagspause für alle – lesen, schlafen, alles ist erlaubt außer Fernsehen, PC & Co. 5. Nachmittags ein gemeinsamer Ausflug 6. Zum Abendessen zu Hause 7. Kinder gehen ins Bett – Mama und Papa setzen sich noch gemütlich zusammen, um den Tag zu beenden „Haha“, denkt Ihr sicher jetzt. Wie soll das gehen? Es geht. Wer sagt, dass wir genau dann aufstehen müssen, wenn die Kinder sich zu nachtschlafender Zeit um 5 Uhr melden? Kleine und Babys natürlich ausgenommen. Wenn Ihr für Euch beschließt, um 7 Uhr aufzustehen, dann ist das so. Die Kinder können sich gut allein beschäftigen – wenn nicht, können sie es lernen. Zum Thema „Etwas allein unternehmen“ – warum nicht? Partner, Großmutter, Freundin, Nachbarin – alles können einmal 1-2 Stunden aufpassen, damit wir einmal raus können. Wenn nicht am Wochenende, wann dann? Gemeinsame Familienzeit ist immer nett. Ein Mittagessen zusammen, alle helfen mit und planen, was man am Nachmittag unternehmen kann. Alle zusammen, Mutter mal nur mit der Tochter, Vater einmal nur mit dem Sohn oder oder… Zum Abendessen kommen alle zurück – es wird gegessen – ein gemütliches Abendprogramm. Die Kinder gehen schlafen, Mama und Papa, Mama oder Papa lassen gemütlich den Abend ausklingen. Ich gebe zu, dass sich das für den ein oder anderen provokant anhören könnte –... mehr lesen

„Es ist nicht unsere Aufgabe, den roten Teppich auszurollen“

Immer häufiger wird gefragt, was wir denn als Eltern tun können, um unsere Kinder nach Schulende bestmöglich beim Schritt ins Ausbildungsleben zu begleiten. Der  Kinder- und Jugendpsychologe Dietmar Langer gibt Antworten und jede Menge Tipps, über was sich junge Menschen und Eltern im Klaren sein sollten, bevor es in Richtung Studiums- oder Ausbildungswahl geht. Sie beschäftigen sich viel mit der Erziehung von Kindern und Jugendlichen, nicht zuletzt, weil Sie es gerade durch die Arbeit an der Kinderklinik mit chronisch erkrankten Kindern und zunehmend mit Verhaltensauffälligkeiten auf Ihrer Station zu tun haben. Was meinen Sie, sollte grundsätzlich das Ziel von Erziehung sein?  D. Langer: Erziehung sollte vor allem das Ziel haben, unsere Kinder auf den Weg zu bringen, im Leben zurechtzukommen. Dafür brauchen Sie ein gutes Selbstwertgefühl, Beziehungsfähigkeit und gute Strategien. Kinder müssen nicht einfach „nur hören“, auch wenn wir das manches Mal gerne hätten. Das sollte nicht das Ziel sein. Sie müssen „Leben“ ausprobieren dürfen mittels Erfahrungen. Und die sind immer positiv UND negativ. Vor letzteren versuchen wir unsere Kinder immer zu bewahren. Doch haben sie im Kindesalter nicht gelernt, auch schlechte Erfahrungen zu verarbeiten, haben sie später keine Strategie, um mit Schwierigkeiten klarzukommen. Was könnte der beste Rat, das beste Verhalten gegenüber jungen Erwachsenen sein, die ans Ende ihrer Schullaufbahn kommen und sich fragen, wie es weitergeht? D. Langer: Am Ende der Schullaufbahn werden Weichen gestellt. Hier müssen Entscheidungen fallen. Ein guter Rat wäre sicherlich, den jungen Leuten begleitend zur Seite zu stehen, sie aber doch die Entscheidung bezüglich ihrer Zukunft selber treffen lassen und das nicht mal eben spontan aus dem Bauch heraus. Entscheidungen sollten wohl überlegt sein. Eltern... mehr lesen

Wirklich zuhören und Interesse zeigen

  Na, wie war‘s in der Schule? …. Gibt es etwas Neues? Habt Ihr etwas auf? Gibt es irgendwelche Termine für Arbeiten? Damit reduzieren wir unsere Kinder und ihre Gefühlswelten auf ihre Schulalltage, die sie in den meisten Fällen nicht wirklich lieben. Die Reaktion auf diese unsere so häufig gestellten Fragen ist entsprechend – meist ziemlich ernüchternd – denn in der Regel kommt NICHTS.  Kennt Ihr das? Eigentlich wünschen wir uns alle, mit unseren Kindern im Gespräch zu sein. Wir sind bestens bemüht, an ihrem Leben teilzuhaben und zu wissen, was in ihrem Leben passiert. Doch diese Fragen werden uns so nicht ans Ziel kommen lassen. Wie ist Kommunikation nun bestenfalls mit unseren Kindern möglich? Eine Jugendliche selbst bringt es in einem Interview in „Eltern family“ auf den Punkt: „Das Problem ist, dass meine Mutter sich null für die Sachen interessiert, die mich interessieren. Dauernd fragt sie mich, wie es mir geht. Wenn ich Eltern wäre würde ich: Zeit allein mit meinem Kind verbringen, ich würde nicht über die Schule reden, sondern witzige Fragen stellen wie z.B. Was würdest Du als erstes tun, wenn Du Bundeskanzlerin wärst? Welcher von Deinen Lehrern würde die  Zombie-Apokalypse überstehen? Ich würde darüber hinaus zu meinem Kind kommen, ohne etwas zu wollen. Oder nach ihrer Meinung zu bestimmten Themen fragen. Ich würde vor allen Dingen vertrauen… Die 13-Jährige bringt in wenigen Sätzen auf den Punkt, worauf es in einer gelingenden Kommunikation mit unseren Teenagern ankommt. Der amerikanische Philosoph Brennan Jacoby hat Antworten und ist überzeugt, dass Nähe nicht allein durch Worte entsteht. „Sie sprechen als Experten zu ihrem Kind von oben herab anstatt mit ihm... mehr lesen

Mama sagt „hü“ – Papa sagt „hott“

An einem Strang ziehen hilft! Was tun bei verschiedenen Auffassungen in Erziehungsfragen? Wer kennt das nicht? Mama sagt „hü“, Papa sagt „hott“ und die Kinder machen am Ende eh, was sie wollen, denn eine klare Linie scheint es für sie nicht zu geben. Unterschiedliche Einstellungen zu Erziehungszielen- oder aufgaben gibt es immer wieder auf Elternseite. Das ist auch überhaupt nicht schlimm. Dabei gilt es zu bedenken: Die Eltern sollten sich auf eine gemeinsame Linie verständigen. Bestenfalls auf den kleinsten gemeinsamen Nenner, der für beide akzeptabel ist. Diese Linie sollte den Kindern gegenüber dann auch vertreten und gelebt werden. Alle Kinder versuchen immer einmal wieder, den einen Elternteil gegen den anderen auszuspielen. Das ist ganz normal – führt aber zu enormen Spannungen auf allen Seiten, wenn sich die Eltern nicht einig sind und das vor den Kindern „ausleben“. Denn eines ist klar: Auch – und gerade in der Erziehung unserer Kinder kommen unsere eigenen Erfahrungen auf den Plan. Sie sind tief verwurzelt im Unterbewusstsein und lassen uns häufig so reagieren, wie wir es halt mitbekommen, selber erlebt haben. Insofern geht es hier sehr häufig auch um eigene Gefühle, die schnell verletzt werden können. Deswegen ist es wichtig, sich darüber auszutauschen und selber zu reflektieren: Warum möchte ich das so und nicht anders? Warum habe ich mit einem besonderen Verhalten mehr Probleme, als möglicherweise mein Partner? Es lohnt sich, hinzuschauen und sich gemeinsam darüber zu verständigen, wie wir unsere Kinder gemeinsam entspannt erziehen wollen. Die Verständigung über gemeinsame Erziehungsstile sollte daher ausschließlich auf Elternebene stattfinden – nicht im Beisein der Kinder – zumindest nicht, wenn sie klein sind. Und sie sollten... mehr lesen

Immer diese Unzufriedenheit – und das Gemecker

Sie haben ein wunderbares Familienwochenende geplant. Gemeinsames Frühstück, Klettern für den Großen, Spazierengehen für Mama und Papa, Austoben im Zoo auf dem Spielplatz für den Kleinen – scheinbar sind doch alle auf ihre Kosten gekommen – und trotzdem sind Unzufriedenheit und Gemecker groß. Wir denken dann häufig: Was sollen wir denn noch alles machen, um unseren Nachwuchs zufriedenzustellen? Folgendes gibt es hierbei zu bedenken: Familienausflüge sind etwas Wunderbares! Sie sollten auch regelmäßig gemacht werden, ABER… für die Beziehungspflege ist die Ein-zu-Eins-Zeit viel bedeutsamer. Hier liegt häufig der Schlüssel in der großen Unzufriedenheit unserer Kinder. Sie wollen immer wieder einmal auch allein mit einem Elternteil etwas unternehmen. Ist das Bedürfnis (übrigens ein Grundbedürfnis) zu wenig gestillt oder vielleicht die Woche über oder wochenlang gar nicht erfüllt worden, stellt sich die Unzufriedenheit ganz automatisch ein. Also mein Tipp: Überlegen Sie einmal, wozu das eine oder andere Ihrer Kinder einmal Lust hätte (das ist eine Typenfrage und von Kind zu Kind ganz unterschiedlich..) und bieten Sie nur einem Kind an, das mit ihm zu unternehmen. Diese Gelegenheiten sollten wir immer einmal wieder nutzen. Zumindest sie unseren Kindern anbieten. Als Signal der Wertschätzung. Wenn sie keine Lust haben, ist es auch ok – aber wir haben es angeboten. Das ist wichtig. Wenn es nicht gleich eine gemeinsame Unternehmung ist, können kleine Dinge im Alltag schon viel bewirken: Wenn ich mein Kind abhole, von wo auch immer, und es erzählen möchte, höre ich zu! Ich gucke in die Augen und nicht aufs Handy, oder sonst wo hin. Wenn die Kinder nach Hause kommen, wir gemeinsam essen, wird das Handy bei Seite gelegt, das Klingeln... mehr lesen

Heute bin ich Journalistin, Autorin. Und ich berate Familien. Zunächst hatte ich andere Ziele…weiterlesen

Entspannt erziehen. Gewusst wie.

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