Immer wieder Kopf- oder Bauchschmerzen

Mädchen bei den Hausaufgaben – immer wieder fällt es schwer, sich zu konzentrieren.

 

Was dahinter stecken kann und was wir tun können –

Kinder wollen plötzlich nicht mehr in die Schule und klagen immer wieder über Schmerzen…. Jeden Morgen gibt es Diskussionen,  immer wieder Kopf- oder Bauchschmerzen, immer wiederkehrende Infekte ? „Sicher nicht immer gleich zu Hause lassen“, warnt der Kinder- und Jugendpsychologe Dietmar Langer. Aber natürlich müssen wir das ernst  nehmen und als Eltern  hinterfragen und gründlich abklopfen, was tatsächlich hinter dem Verhalten stecken könnte.

Besuch des Kinderarztes

Wie schon im Säuglings- und Kleinkindalter muss vor allem unterschieden werden zwischen akuter Not und chronisch auftretenden Symptomen. Natürlich sollte vom Kinderarzt im ersten Schritt untersucht werden, ob organisch, somatisch alles in Ordnung ist. Sicher reicht es nicht, sich mit Aussagen zufrieden zu geben wie „Das wächst sich aus“, „das ist ganz normal“, „hat hormonelle, entwicklungsbedingte Ursachen“, „abwarten“…

Wie es dem Kind wirklich geht

Es sollte darüber hinaus geschaut werden, ob nicht tatsächlich depressive Zustände, Angstproblematiken, Schlaf- oder Essprobleme hinter dem Vermeidungsverhalten stecken. Es muss im sozialen Umfeld der Kinder geschaut werden. Wird es möglicherweise gemobbt? Hat es Schwierigkeiten im Umgang mit dem Lehrer? Mit Freunden? Innerhalb der Familie? Hat es möglicherweise Lerndefizite und wäre damit überfordert? Oder ist es vielleicht auch unterfordert und langweilt sich?

Ungünstiges Verhalten erlernt

Wird nach umfangreicher „Recherche“ mit allen Personen und in Frage kommenden Ansprechpartnern im Umfeld des Kindes erst einmal nichts gefunden und all diese Faktoren können weitestgehend ausgeschlossen werden, liegt sehr wahrscheinlich ein psychosomatisches Problem zugrunde. Das bedeutet, dass sich das Kind ungünstige Verhaltensmuster angeeignet hat, die dann Beschwerden wie Kopf- oder Bauchschmerzen, Unwohlsein o.ä. auslösen können. Hier kann es  z.B. um Perfektionismusbestreben, Trennungsprobleme oder Prüfungsängste gehen. Das heißt bei weitem nicht, dass die Kinder psychisch krank sind- sie haben vielmehr ein Verhalten gelernt, das sie auch wieder verlernen können.

 Mehr Zutrauen in unsere Kinder

 Hiermit muss aber anders umgegangen werden, als mit einem akut erkrankten Kind. Der Symptomatik sollte keine große Beachtung mehr geschenkt werden, ansonsten können wir als Bezugspersonen die Problematik gegebenenfalls verstärken. Den Kindern muss zugetraut werden, dass sie die Situation meistern werden. Schule ist ja an sich nicht gefährlich. Dieses Zutrauen müssen wir als Eltern auch kommunizieren. Das Signal sollte hier heißen „Du schaffst das“. Eltern sollten in jedem Fall mit der Schule kooperieren, die sollte Kinder nicht vorschnell nach Hause schicken oder die Eltern informieren.

Für Entspannung sorgen

Hilfreich ist es auch immer, in Alltag Stress herauszunehmen: Pausen in den Tag einbauen, Programmpunkte streichen – immerhin haben unsere Kinder heutzutage zum Teil eine Vielzahl an Terminen, die keinen Raum für wirkliche freie Zeitgestaltung bieten. Es gibt tolle Traum- und Phantasiereisen für Kinder, progressive Muskelentspannung oder auch Yoga für Kinder. Es kann nie verkehrt sein, Kindern auch früh schon einmal Achtsamkeit nahezubringen. Oder die Zeiten mit Smartphone, Computer und TV auf ein Minimum zu reduzieren kann auch schon eine Menge bringen.

Korrekturen möglich

Bei diesen Vorgängen ist es hilfreich, früh hinzuschauen und eine mögliche Problematik zu erkennen – denn je früher desto besser, je weniger sich ein ungünstiges Verhaltensmuster schon manifestiert hat, desto einfacher ist in den meisten Fällen die Korrektur. Nicht selten hatten betroffene Kinder im Säuglings- oder Kleinkindalter eine nicht erkannte Regulationsstörung –das heißt, dass die Kinder sich nicht angemessen ihrem jeweiligen Entwicklungsstand selber regulieren konnten. Dieses Störungsbild kann sich auf verschiedene Weise äußern: in exzessivem Schreien, Schlafstörungen, Ess- und Fütterproblemen,  die Kinder konnten sich nicht selber regulieren.

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