Sicher ist die Schule nicht der einzige „Stressor“

Mehr Pausen und freie Zeiten machen Kinder glücklich. Foto: Natalia Vintsi

Da sind sie wieder die bösen Verursacher von Schulstress! Die Schulen sind es – ist doch klar…oder? Nein, ist es nicht!
Das kam zumindest bei einer Studie der DAK heraus. In dem Artikel auf welt.de „Schulstress schlägt vielen auf die Gesundheit“ ist das nachzulesen. So einfach kann es doch nicht wirklich sein. 4500 Schüler wurden befragt.. 40 % gaben an, häufig unter Bauch-, Kopf- oder Rückenschmerzen zu leiden. Nur die Schule hier als Auslöser heranzuziehen greift meines Erachtens viel!!! zu kurz. Wir wissen sowohl aus der Medizin wie auch der Psychologie, dass Symptome immer multifaktorielle Ursachen haben. Dass die Schüler allein schon durch das verkürzte Abitur, durch veränderte Alltagsstrukturen mehr Stress haben, dürfte niemand mehr anzweifeln. Da es in unserem Land kaum gut durchdachte und organisierte Ganztage mit entsprechenden Lern-, Pausen- und Essenszeiten gibt, haben die Schüler teilweise einen Tag mit mehr Stunden als der volle Arbeitstag eines Erwachsenen.

Mehr Pausen und Bewegung
ABER: Es kommen ja noch viele andere Komponenten hinzu, die bei Kindern mittlerweile vermehrt Symptome verursachen, die es früher nur bei Erwachsenen gab, wie chronische Kopfschmerzen- oder Bauchschmerzen, Ess- oder Schlafprobleme, etc.
Wie viel freie Zeit für sich haben unsere Kinder noch im Alltag? Wie viel Bewegung ohne Leistungsdruck haben sie? Wie häufig werden sie gefahren statt das Fahrrad zu nehmen oder zu Fuß zu gehen? Wie häufig beschäftigen sie sich mit Computer & Co. statt sich zu bewegen oder zu spielen? Wie viel Leistungsdruck wird von uns Eltern auf die Kinder ausgeübt? Wie wenig Entspannung und Gelassenheit, Vertrauen in die Zukunft unserer Kinder wird noch in den Familien praktiziert? Wie viel Pausen machen unsere Kinder im Alltag? Davon würden sie zum Beispiel mindestens eine halbe Stunde täglich benötigen – ohne TV, PC oder sonstigen Input.
Sind nicht eher unsere Alltage gekennzeichnet durch notorisches Genervtsein, Überfordert fühlen, wenig bis gar keine gemeinsamen Zeitfenster oder Mahlzeiten…. ?

Entschleunigung ist angesagt
Immer wieder wird es betont: Wir leben in einer immensen Zeit des Umbruchs, vor allem die Digitalisierung macht unser Leben immer schneller und rasanter – immer unkomfortabler – zumindest,was unsere eigentlichen Baupläne betrifft…
Hier müssen wir alle hinschauen.
Wir, als Familie, Eltern sind gefragt für Entschleunigung und Entspannung unserer Kinder zu sorgen. Weniger ist hier in jedem Fall mehr: Zwei Termine außerhalb der Schule in der Woche sind genug. Handyfreie Zeiten einräumen, Quality time mit unseren Kindern verbringen, zuhören – aber auch vertrauen und die Kinder mal machen lassen.
Dann wird es mit Sicherheit auch in der Schule wieder stressfreier.
Bestenfalls arbeiten alle Hand in Hand und überlegen sich Gesamtkonzepte zum Wohle aller. Natürlich läuft auch in den Schulen nicht alles so, wie man es sich vielleicht wünschen würde, aber sie allein als „Stressor“ auszumachen, greift definitiv zu kurz.

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